Margot Overath

Mo, 21.03.2016

Journalismus mit „lebendiger Gesinnung“

Margot Overath erhält im Sommer 2016 den mit 10.000 Euro dotierten Axel-Eggebrecht-Preis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. „Sie hört hin, wo andere weghören“, heißt es in der Begründung der Jury. Das hat Margot Overath auch mit ihren Features über den Asylsuchenden Oury Jalloh bewiesen – sie hat mehrfach über seinen Tod in einer Dessauer Polizeizelle berichtet, hat weiter recherchiert, wo die Justiz versagt hat. Dafür erhielt sie zwei Mal den Feature-Preis des Bremer Hörkinos. Wir gratulieren der Autorin herzlich zum Axel-Eggebrecht-Preis.

Und so urteilte die Jury:

„Wir gratulieren Margot Overath herzlich zum Gewinn des Axel-Eggebrecht-Preises und danken dem Juryvorsitzenden Richard Goll sowie den Juroren Linde Rotta, Ulrike Toma, Aldo Gardini sowie Jens Jarisch für ihre hervorragende Entscheidung. Sie haben aus einem starken Wettbewerbsfeld mit zehn Kandidaten, vorgeschlagen von Programmverantwortlichen beinahe aller öffentlich-rechtlichen Rundfunk-anstalten in Deutschland und Österreich, eine herausragende Wahl getroffen“, so Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, zur Entscheidung der Jury. „Margot Overath ist eine Journalistin, die seit mehr als 30 Jahren mit ihren Radio-Features für Aufmerksamkeit sorgt. Ob als aufmerksame Begleiterin aktueller Ereignisse oder als Chronistin zeitgeschichtlicher Geschehnisse – ihre Hörer können sich auf Overaths intensive Recherche und eine objektive Aufarbeitung der Rechercheergebnisse verlassen“, erklärt Martin Fiedler, Projektleiter Radio und Pressesprecher der Stiftungen der Sparkasse Leipzig. Die Jury begründete die Verleihung des Axel-Eggebrecht-Preises 2016 an Margot Overath mit einem Verweis auf die „10 Gebote“, die der Namensgeber des Preises aufgestellt hatte: „In jeder Hörfolge muss der Druck einer lebendigen Gesinnung spürbar sein“, forderte der Radio-Journalist Axel Eggebrecht 1947. Die Jury: „Eine ‚lebendige Gesinnung‘ wird man bei Margot Overath nie vermissen. Sie hört hin, wo andere weghören. Sie nimmt die Fäden scheinbar abgeschlossener Vorgänge und Entscheidungen auf, ordnet sie neu – und plötzlich ergeben sich neue Webmuster. Die starke Persönlichkeit der Autorin ist als gestaltender Intellekt immer spürbar, ohne aber die Themen zu überschatten oder zu dominieren.“ Zugleich sei Overaths Sprache „radiogerecht: kurz, prägnant, die Erzählung vorantreibend.“ Ihre Gesprächspartner könnten sich sicher sein, nicht verraten zu werden: „angegriffen vielleicht – direkt und offen. Unklarheiten werden nachgefragt – der Hörer kann und soll sich seine eigene Meinung bilden“, so die Begründung der Jury.

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