Zoppe Voskuhl (rechts) mit Rüdi beim Bremer Hörkino
Bild von Zoppe Voskuhl

Mo, 02.12.2019

Der Künstler Zoppe Voskuhl ist tot

Trauer um den Macher der Hörkino-Skulptur „Rüdi hört“

Wir haben einen Freund verloren. Zoppe Voskuhl ist am 20. Oktober 2019 in Berlin an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Überraschend. Und so bleibt uns nur die Erinnerung an ihn. Zoppe konnte so wunderbar über sich selbst lachen. Er war ein freundlicher Mensch, aber nicht immer nur freundlich. Mittelmäßigkeit und Opportunismus waren ihm ein Graus. Seine Kunst dem Geschäftssinn zu opfern, das blieb ihm bis zuletzt fremd. In einer frühen Schaffensphase malte er Gruben, in denen später Särge heruntergelassen werden konnten. Immer wieder Gruben. Ihm war klar, dass sich diese Bilder niemand in die Wohnung hängen würde. Aber Zoppe machte sein Ding. Eine seiner wunderbaren Eigenschaften war seine Fähigkeit zuzuhören und die Menschen ernst zu nehmen, selbst dann, wenn sie ihm fremd waren. Vielleicht lag es daran, dass er in einer katholischen Enklave im protestantischen Ostfriesland aufwuchs, in Raudersfehn. Er war katholisch, das ließ man ihn spüren. Zoppe verließ sehr früh diese Enge - und sprach dennoch gern über seine Heimat.

Zoppe hat in vollen Zügen gelebt, leidenschaftlich genossen, was ihm das Leben bot. Er war ein anerkannter Bildhauer und Maler kraftvoller Bilder. Und, er liebte das Radio. Wenn er im Auto unterwegs war, hörte er Radiofeatures. Mit dem Bremer Hörkino war er eng verbunden. Für uns hat er die Bronzefigur „Rüdi hört“ erschaffen, eine ulkige Figur, nicht wirklich Frau, nicht wirklich Mann, ein unperfektes, liebenswertes Schlitzohr. Diesen außergewöhnlichen Medienpreis „Rüdi hört“ vergeben wir alle zwei Jahre an Feature-Macherinnen und –Macher.

Zoppe Voskuhl wurde 64 Jahre alt. Wir vermissen ihn.

“Rembrandt nach einem Attentat”
Zoppe Voskuhl - ein Porträt
Von Gisela Fuhrmann

www.bremer-hoerkino.de/

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